Dr. Zsófia Virányi

Leiterin und Gründerin
Kontakt zsofia.viranyi@vetmeduni.ac.at
Dabei seit 2008
Lieblingstier am WSC Geronimo, Nuru
Begleiter Tódor

Seit seiner Gründung 2008 leiten Friederike, Kurt und ich das WSC. Das bedeutet im Wesentlichen wissenschaftliche Forschung, Aufklärung der Öffentlichkeit, Tierschutz und finanzielles Management miteinander zu verbinden. Eine sehr aufregende Herausforderung, welche im Moment eine Komplexität erreicht hat, wie ich sie niemals erwartet hätte. Am Anfang waren wir 4 schwarze Wölfe und 4 Menschen in einem Gehege. Es war genug Zeit vorhanden, um Nächte mit den Wolfswelpen zu verbringen, um mit ihnen am Touchscreen zu arbeiten und um verschiedene Verhaltensaufgaben auszuprobieren. Nun sind wir mehrere Wolfs- und Hunderudel, verteilt über eine große Anlage und eine beträchtliche Gruppe von Forschern, Tiertrainern, Managern, Ausbildern, Studenten und freiwilligen Helfern. Meine Aufgabe und meine Leidenschaft ist, sicherzustellen, dass sie alle genießen zusammen zu arbeiten, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Das lässt mir kaum Zeit für die Tiere. Aber ich liebe die Momente, wenn sich die Evolution zeigt und ich etwas Ähnliches oder Unterschiedliches im Verhalten unserer Wolfs- und Hunderudel beobachten kann!

So lang ich mich erinnern kann, habe ich die Gesellschaft von Tieren genossen. Ich bin mit den Büchern von Konrad Lorenz, Joy Adamson und Vilmos Csanyi aufgewachsen und habe im Jahr 2000 an der Eötvös Loránd Universität in Budapest/ Ungarn, mein Studium als Biologin absolviert.
Ich wollte schon immer die Sprache der Tiere verstehen und so landete ich als Wissenschaftlerin im Bereich der Kognitionsforschung. Mein Ziel war schon damals, Wissenschaft und ihre praktische Anwendung zu verbinden, im Besonderen durch meine Studien bei der Hundetherapie und dem Hundetraining. In der Verhaltensbiologie legte ich meinen Schwerpunkt auf Hunde, aber ich habe ebenfalls Erfahrung mit Primaten wie Menschenaffen, Kapuzineraffen, Totenkopfäffchen, Weißbüscheläffchen und natürlich auch mit Kindern. Und mit Wölfen!

Im Jahr 2000 habe ich in Ungarn begonnen mit Wölfen zu arbeiten. Dies war ein Teil eines Projektes, das Hund und Wolf vergleicht - das Family Dog Projekt. Über einen Zeitraum von 4 Jahren habe ich 2 Hunde- und 2 Wolfswelpen zuhause aufgezogen – Tódor ist der letzte von ihnen, der seit damals mit mir sein ganzes Leben verbringt. Für ca. 4 Monate begleiteten mich die beiden Wölfe Rebeka und Bogi durch mein alltägliches Leben. Sie fuhren mit mir in öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt und in die Universität. Diese Zeit lehrte mich, Hunde wertzuschätzen. Hunde sind Wölfe, die sicher mit uns leben können und dieses Leben, das unsere Umgebung ihnen bietet, genießen können. So hatte ich eine enge Bindung zu diesen Wölfen und es war sehr hart, sie später zurück zu lassen, als unsere Zusammenarbeit mit ihrem Besitzer endete. Zusammen mit Bea Belényi und Enikő Kubinyi versuchten wir alles, um das Projekt wieder neu zu starten, so dass wir volle Verantwortung für unsere Tiere erlangen könnten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir in Ungarn jedoch keinen Erfolg.

Meine wissenschaftliche Karriere verlief weiter erfolgreich. Nachdem ich einige Zeit in Deutschland und Japan verbracht hatte, erhielt ich im Jahre 2006 eine postdoktorale Stelle am Konrad Lorenz Institut für Evolution und Kognitionsforschung, Altenberg  in Österreich. Hier hat sich die Zusammenarbeit mit Friederike Range, Ludwig Huber und Kurt Kotrschal gebildet. Gemeinsam mit Friederike und Kurt bemerkten wir, dass wir für ein ähnliches Ziel kämpfen. Wir legten unsere Kräfte zusammen und das WSC war geboren. Das WSC, das sich der Verhaltensforschung widmet und wo wir die volle Verantwortung für unsere Tiere haben. Das beste Gefühl überhaupt!

Danach arbeitete ich 2 Jahre lang am Department der Kognitionsbiologie, Universität Wien. Seit Ende 2011 bin ich Senior-Wissenschaftlerin am Messerli Forschungsinstitut (www.vetmedui.ac.at/messerli) an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Hier genieße ich es, im Clever Dog Lab (www.cleverdoglab.at) das Verhalten von Hunderten Haushunden unterschiedlicher Rassen, Haltungsbedingungen und mit unterschiedlichem Alter mit dem Verhalten unserer im WSC im Rudel gehaltenen Hunde und Wölfe zu vergleichen.

Neben der Verhaltensforschung mit Hunden und Wölfen, habe ich das ForschungsnetzwerkprogrammCompCog“ (www.compcog.org) koordiniert.