Simona Cafazzo

Kontakt simona.cafazzo@inwind.it
Projekt am WSC Conflict management in wolves and dogs: domestication effect
Dabei seit November 2012
Lieblingstier am WSC Nanuk, Binti

Im November 2012 bin ich als Postdoc ans Wolf Science Center gekommen. Das Hauptthema meiner Forschung dreht sich darum, wie Hunde und Wölfe ihre sozialen Konflikte bearbeiten (managen). Ich bin sehr daran interessiert, zu verstehen ob Hunde und Wölfe fähig sind, bestimmte Konfliktsituationen zu vermeiden und ob sie spezielle Taktiken verwenden um sich nach einem unvermeidlichen Konflikt wieder versöhnen können. Ich bin auch neugierig, ob nach einem Konflikt zwischen zwei Tieren, ein drittes Tier (nicht in den Konflikt einbezogenes), versucht diesen Konflikt zu lösen- so wie es bei Menschen manchmal vorkommt.

Ich komme aus Italien und habe in Rom Biologie studiert, wo ich meinen Master mit einer Masterarbeit über das Verhalten von städtischen halb- wilden Hauskatzen (Felis silvestris lybica) geschrieben habe. Für meinen Doktor an der Verhaltensbiologie der Universität von Parma (Italien) habe ich die soziale Organisation und Raummuster einer Gruppe frei herumlaufender Hunde im suburbanen Raum Roms untersucht. Meine Erfahrungen bei der Erforschung von verwilderten Haustieren meine Neugier zu den evolutionären Mechanismen, die vielen Aspekten des Sozialverhaltens zugrunde liegen, geweckt.

Eigentlich ist es nicht das erste Mal, dass ich ans WSC komme. Ich habe Dr. Zsófia Virányi und Dr. Friederike Range während einer Konferenz in Budapest 2008 kennengelernt. Sie waren an meiner Präsentation über die Soziale Organisation von verwilderten Hunden interessiert. Während der nachfolgenden Diskussion zu dem Thema habe ich betont, wie gerne ich an ihrer Forschungsgruppe teilnehmen, ans WSC kommen und die Wölfe und Hunde studieren würde. Seither sind wir in regelmäßigem Kontakt geblieben, und schließlich habe ich 2010 drei Wochen hier verbracht. Das war eine besondere Zeit für mich, ich habe den Ort, die Leute und die Tiere kennengelernt und meine erste Möglichkeit gehabt, Wölfe zu beobachten. Ich war total fasziniert von ihnen, vor allem von Nanuk. Er war der erste Wolf, der meine Hand abgeschleckt hat, und es war ein unvergesslicher Moment für mich, so freundlich und sanft wie er dabei war. Beim Einschlafen und Aufwachen das Heulen der Wölfe zu hören war ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann, es war einzigartig.

Ab dann begann ich begeistert mit der Arbeit an meinem Projekt über „Konflikmanagement“. Ich bekam eine Förderung, den „Exchange visit grant“ des Komparativen Kognitions Netzwerk (Comparative Cognition Network) und hatte dadurch die Möglichkeit, weitere zwei Monate am WSC zu bleiben um eine Vorstudie über Präkonflikt und Postkonflikt Strategien von Hunden durchzuführen. Das war eine essentielle Zeit für meine Studien, die mein Forschungsprojekt verbessert hat. Außerdem habe ich in dieser Zeit alle Hunde liebgewonnen. Binti ist für mich jedoch die besonderste, vielleicht weil sie mich an einen Hund aus einem Rudel wildlebender Hunde meiner Doktorarbeit erinnert.

Jetzt, Herbst 2012, bin ich sehr begeistert, dieses neue Abenteuer zu beginnen! Ich werde die nächsten zwei Jahre hier sein und erahne bereits, wieviel ich von den Menschen und Tieren lernen werde!