Maiglin MacLeod

Jänner - Juni 2015
Kontakt maiglin22@hotmail.com
Universität Universitiät von Groningen
Projekt am WSC Kooperatives Seilziehen
Dabei seit Jänner 2015
Lieblings- Wolfsbuch Wolfsblut
Lieblingstier am WSC Alle zusammen
Begleiter Mein Dachshund, Dion der Wunderwelpe

Ich bin inmitten der wunderschönen Wälder, Seen, Berge und felsigen Küsten von Maine (USA) aufgewachsen und habe dadurch schon immer große Bewunderung und Dankbarkeit für die natürliche Schönheit und speziell das Tierleben empfunden. Erst am Ende meines Bachelorstudiums in Psychologie und Philosophy habe ich realisiert, was vorher wohl zu eindeutig vor mir lag, um es zu bemerken: Ich muss das Leben von Tieren verbessern. Seitdem habe ich viele schöne Stunden der Tierbetreuung, der Tierhaltung und der Verhaltensforschung bei Tieren gewidmet. Unter anderem habe ich Robben und Schildkröten rehabilitiert, operante Konditionierung bei afrikanischen Elefanten und Breitmaulnashören untersucht und bei allen Aspekten der Pflege von Wölfen, Hunden und Hybriden in den USA mitgeholfen. 

Ich schließe gerade mein Masterstudium der Neurowissenschaften für Verhalten und Kognitionsforschung an der Universität von Groningen in den Niederlanden ab. Obwohl Neurowissenschaften und Tierschutz sich oft widersprechen, hoffe ich, mein wissenschaftliches Training dafür einsetzen zu können, Tierschutz und Arterhaltung unterstützen zu können. 

Als ich versuchte, ein Forschungsprojekt für meinen Masterabschluss zu definieren, war ich enttäuscht zu hören, dass das WSC bereits eine Studie mit einem Seilziehversuch duchgeführt hatte. Es ist das am besten entwickelte Paradigma, um Kooperation bei Tieren zu erforschen. Obwohl es etwas abseits meine meines Fokuses lag, war es genau das Projekt, dass ich gerne durchgefüht hätte. Je mehr wir über die weiche, pro-soziale Art der Tiere lernen, desto eher kümmern wir Menschen uns um sie. Wir wissen alle, dass gerade Wölfe von einem, besseren und richtigerem Ruf profitieren könnten. Wie das Glück manchmal so spielt, hat die Studentin, die das Projekt begonnen hatte, es abgegeben und so wurde ich gebeten, zu übernehmen. Ich war begeistert!

Was genau ist also dieses Seilziehexperiment? Die Versuchstiere müssen gleichzeitig an zwei Enden eines Seils ziehen, damit sie Zugang zu einer Futterbelohnung erhalten.  Das Seil ist durch den Apparat gezogen, der das Futter außerhalb der Reichweite der Tiere hält. Wenn die Tiere gemeinsam an dem Seil anziehen, bewegtsich der Apparat auf sie zu und sie erhalten Zugang zu dem Futter auf dem Apparat. Wenn nur an einem Ende des Seils gezogen wird, löst sich das Seil von dem Apparat und die Futterbelohung ist nicht mehr zugänglich. Das ist doch eine brilliante Idee, oder?
Die Tiere müssen tolerant genug sein, dem anderen Zugang zu dem Apparat und dem Seil zu gewähren und aufmerksam genug, um wirklich nur an dem Seil zu ziehen, wenn auch ihr Partner daran zieht. In seiner Grundform kann man darüber diskutieren, ob das Set-up wirklich Kooperation demonstriert. Passen die Partner wirklich genau aufeinander auf oder ziehen aus Zufall gleichzeitig? Sobald man sich etwas mit dem Set-up spielt - Verzögerungen einbaut oder einen zweiten Appart dazu gibt - kann man die wirklich interessanten Dinge sehen. Könnt ihr sie sehen? Ich würde ja mehr sagen, aber noch kann ich das nicht...

Es ist faszinierend, die Test der Tiere zu beobachten und ich bin sehr glücklich mit diesem Projekt. Unter anderem habe ich ein paar sehr wichtige Dinge gelernt:

1) Tages- und Jahresrythmen beugen sich nicht deinem Willen. Ist die Paarungszeit gekommen, kann man seinen Zeitplan in den Müll schmeißen. 

2) Einen wolfssicheren Apparat gibt es nur in unseren Träumen. In Wirklichkeit ist es am besten, auf Trab zu bleiben und die eigenen Reflexe zu schulen. 

3) Kooperationstest erfordern viel Kooperation zwischen Menschen. Und sehr viel Schokolade.