Lena Jeanson

Februar bis Juli 2016
Kontakt lenajeanson@gmail.com
Projekt am WSC Training and behavioural coding of wolves and dogs running on a treadmill
Lieblings- Wolfsbuch Wolfsblut (Jack London)
Lieblingstier am WSC Geronimo

Ich komme aus Deutschland und bin in München aufgewachsen. Seitdem ich denken kann habe ich mir schon immer einen Hund als Haustier gewünscht. Da dies bei uns leider nicht möglich war, hatte ich eine Zeit lang Wüstenrennmäuse, um die ich mich kümmern konnte. Außerdem bin ich viel geritten, habe auf Katzen und Hunde in der Nachbarschaft aufgepasst und wann auch immer sich mir die Möglichkeit bot, bin ich mit den Hunden draußen im Park spazieren gegangen. Ich habe schon immer den Kontakt zu Tieren gesucht und auf verschiedenen Wegen auch gefunden.

Als es nach dem Abitur dann darum ging zu entscheiden was ich studieren möchte, war klar, dass ich gerne einen Bachelor in Biologie machen würde. Da dieser Studiengang an der Ludwig-Maximilians-Universität München sehr breit aufgestellt ist, habe ich Vorlesungen aus vielen Bereichen der Biologie gehabt. Das war interessant, da man so einen Überblick über viele verschiedene Themengebiete bekam. Mir wurde allerdings relativ schnell klar, dass ich gerne in die zoologische Richtung gehen möchte.

Meinen Master möchte ich daher in Verhaltensbiologie machen. Mir ist immer stärker bewusst geworden, dass ich mehr über das Verhalten von Tieren lernen möchte und im Besonderen über die kognitiven, kommunikativen und sozialen Eigenschaften von in Gruppen lebenden Tieren. Caniden, wie Wölfe und Hunde, interessieren mich dabei besonders und ich bin fasziniert von ihrer Sozialstruktur und ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten. Ich habe mich also entschlossen vor dem Masterstudium noch ein längeres Forschungspraktikum zu machen, um einen ersten Einblick in das Arbeiten mit den Tieren und die angewendeten wissenschaftlichen Methoden zu bekommen. Hier am Wolf Science Center verbinden sich alle meine Interessen: Es geht um Wölfe und Hunde, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede und der Forschungsschwerpunkt liegt auf Sozialverhalten und Kognition.

Nun bin ich hier am WSC angekommen und freue mich sehr auf die nächsten sechs Monate. Während dieser Zeit unterstütze ich Kim Kortekaas bei Versuchen für ihre Doktorarbeit und werde von ihr und Prof. Dr. Kurt Kotrschal betreut. Bei unserem Projekt testen wir, ob ein gemeinsames Erlebnis von zwei Tieren den Zusammenhalt unter ihnen stärkt. Wir lassen zwei Tiere zusammen auf einem Laufband laufen (das längste der Welt) und analysieren, wie sie sich dabei verhalten. Anschließend testen wir, ob sie nach dem gemeinsamen Erlebnis eher bereit sind Futter zu teilen. Außerdem möchten wir schauen, ob es dabei Unterschiede zwischen Wolfspaaren und Hundepaaren gibt.

Dieses Projekt gefällt mir sehr gut, da es hierbei viel um die Eigenschaften geht, die sozial lebende Tiere zeigen wie z.B. Kooperation, Kommunikation und Toleranz. All diese Eigenschaften sind für ein Leben im sozialen Verband unerlässlich und uns interessiert, wie unterschiedlich ausgeprägt sie bei den Tieren sind, wie sie sich im Laufe des Versuchs verändern und von welchen Faktoren sie abhängig sein können. Noch stehe ich ganz am Anfang meines Praktikums hier und muss noch viel lernen, aber ich bin jetzt schon gespannt, wie die nächsten Monate verlaufen und welche Ergebnisse bei unserem Test herauskommen werden.