Lara Bernasconi

August 2016 - Februar 2017

Ich studiere im Masterstudium Biologie mit Schwerpunkt Verhaltensforschung, Biodiversität und Evolution im schweizerischen Neuchatel. Mein Lehrer für Naturwissenschaft und Verhaltensforschung hat mich schon in der Schule mit seiner Leidenschaft für diese Spezialgebiete angesteckt. Als ich dann später in Kanada war, habe ich mich in die alpinen Weiten British Columbias und die dortige Tierwelt verliebt.

Tiere und die Natur waren schon immer mein Steckenpferd, deshalb ist die Arbeit mit ihnen natürlich das Schönste für mich. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, Biologie zu studieren, speziell Verhaltensforschung.

Wölfe faszinieren mich, weil sie so zäh, elegant und intelligent sind. Ihre Kooperationsfähigkeit ist beeindruckend, und ihr Lebensraum – die Berge, grüne Wälder und große Flüsse – ist auch meine liebste Umgebung. Da war es klar, dass ich die Gelegenheit, am WSC zu arbeiten, unbedingt wahrnehmen musste. Die Athmosphäre hier ist einzgartig, eine kleine Welt in sich, mit fantastischen Menschen, viel Natur und faszinierenden Tieren. Diese Zeit werde ich sicher niemals vergessen. Ich bin zwar erst seit zwei Wochen hier und immer noch dabei, mich einzugewöhnen, aber ich kann es kaum erwarten, mit meinen Tests zu beginnen. Und ich genieße die ruhigen Abende, wenn die Wölfe beginnen zu heulen, und alles magisch wird.

Meine Aufgabe hier wird es sein, für ein Projekt mit Dr. Friederike Range und PhD Akshay Rao Daten zur Untersuchung der Beharrlichkeit von Wölfen und Hunden zu sammeln. Es wird erwarted, dass sich die Nahrungsökologie des Hundes aufgrund der Domestikation durch den Menschen von der des Wolfs unterscheidet. Die Frage ist, ob Wölfe sich hartnäckiger um Nahrung bemühen als Hunde, die an die menschliche Unterstützung gewöhnt sind. Wir werden die Hartnäckigkeit daran messen, wie lange sich ein Tier bei einer „unlösbaren Aufgabe“ um Futter bemüht, bevor es aufgibt.

Anhand dieser Studie werden wir tieferen Einblick in die unterschiedliche kognitive und verhaltenstypische Entwicklung von Wölfen und Hunden erhalten und damit einen weiteren Beitrag zum Verständnis des Raubtiers Wolf leisten.

In Zukunft möchte ich gerne an der Arterhaltung des Wolfs in Europa mitarbeiten, wo dieses Tier nicht überall willkommen ist und mancherorts für Konflikte sorgt. Das Wissen über Wölfe zu erweitern wird den Schutz dieses Beutegreifers ebenso verbessern wie den der Nutztiere, für deren Herden er eine Gefahr darstellt.