Kata Rille

Januar - Mitte Juni, Mitte Juli - Mitte Dezember
Kontakt rille.kata@gmail.com
Universität Szent István Universität, Ungarn
Projekt am WSC Futter - Aggressions Test
Lieblingstier am WSC Yukon, Nuru

Während meines ersten Praktikums am WSC wurde mir angeboten, ein wissenschaftliches Projekt, das seit 2009 läuft, abzuschließen. Dafür habe ich „Futteraggressions-Tests“ mit allen Hunden und Wölfen durchgeführt. Das bedeutet, dass ich das Futter für die verschiedenen Testgegebenheiten vorbereite. Die Tests werden gefilmt und ich analysiere das Toleranz-Verhalten der Tiere untereinander. Das Hauptziel ist, die grundlegenden Unterschiede zwischen Hunden und Wölfen bezüglich Aggressionen innerhalb der Gruppe herauszufinden. Mein persönliches Ziel ist es, die Ergebnisse der Studie zu veröffentlichen.

Ich mag es wirklich, hier an meinem Projekt zu arbeiten, genauso wie an den anderen täglichen Aufgaben. Dinge, die zum Wohlbefinden der Tiere beitragen, machen mir Spaß: das Wasser wechseln oder Enrichment (Futter im Gehege verstecken und dann beobachten, wie die Tiere Spaß haben beim Suchen).

Von Beginn an versuchte ich, soviel Kontakt mit den Tieren zu haben, wie es für einen Studenten hier möglich ist. Dadurch, dass ich die Tiere mit der Zeit besser kennengelernt habe, habe ich aufgrund ihrer Persönlichkeit zwei Lieblinge gefunden: Mein Lieblings-Wolf ist Yukon, sie war sehr lieb zu mir, als wir uns zum ersten Mal trafen. Ich hatte etwas Angst während meines ersten pack-meetings. Die Wölfe sind große Tiere für jemanden, der noch nicht mal einen Hund hatte. Aber Yukon kam sehr langsam und geduldig zu mir, und stand lange Minuten vor mir, bis ich tapfer genug war, sie zu streicheln. Mein Lieblingshund ist Nuru. Ich habe ihn und sein Rudel viel beobachtet, jeden Tag über zwei Monate und er hat immer am Zaun geschlafen, so nah wie möglich bei mir. Aber natürlich liebe ich hier jeden Hund und auch jeden Wolf.

Hierhergekommen bin ich als Erasmus-Student (das bin ich auch noch immer, ich habe die Zeit verlängert). Mein Hauptziel des gesamten Praktikums war in erster Linie, Sprachen zu lernen und die Erfahrung zu machen, in einem anderen Land zu leben. Ich habe es dabei jedoch vorgezogen, nach Österreich zu gehen, da es direkt neben Ungarn liegt und ich wollte nah bei meinen Familien und Freunden bleiben. Nachdem das Land feststand, suchte ich nach möglichen Praktikumsplätzen. Eine Freundin meines Großvaters kommt aus Österreich und ist Verhaltensforscher und sie kennt Kurt Kotrschal. Also schlug sie mir vor, mich am WSC zu bewerben. Das passt mit meiner Ausbildung nicht unbedingt zusammen, ich habe Agrarwissenschaften auf Bachelor studiert, aber ich hab mich immer für Tierverhalten interessiert.

Zudem habe ich durch mein Studium viel Arbeitserfahrung gesammelt. Nur mit Wildtieren und Verhaltensforschung hatte ich noch nichts zu tun. Ich bin es viel mehr gewöhnt, mit domestizierten Tieren zu arbeiten. Als Freiwillige habe ich ein paar Wochen im Sommer auf Reiterhöfen mitgeholfen und ich habe fast ein ganzes Jahr am Forschungsinstitut für Medizinische Pflanzen (Gyógynövénykutató Intézet Kft/ Ungarn) gearbeitet. Ich bin gern eine  Freiwillige, wenn ich Zeit dazu habe und so habe ich auch verschiedene Kurzzeit-Arbeiten in Bereichen gemacht, die mich interessieren.

Mein größtes Interesse in meiner Freizeit gilt „Kendo“, einer japanischen Kampfkunst, die ich seit drei Jahren ausübe. Das ist das Einzige, was ich wirklich vermisse, denn hier am WSC kann ich es natürlich nicht so nebenher machen…. Aber ich glaube, das ist es wert.