Julia Jenikejew

Oktober 2012 - März 2013

Ich erforsche in meinem Projekt, ob Hunde und Wölfe zählen können. Schon bevor ich im Oktober ans WSC kam, hatte ich mit Friederike mein Projekt abgesprochen – Numerical Competence bei Hunden. Was zunächst etwas verwirrend klingt, ist im Grunde ganz einfach: Wie nehmen Hunde verschiedene Mengen wahr und auf welche Weise unterscheiden sie diese? Gibt es dabei Unterschiede zu Wölfen und wenn ja, welcher Art? Noch steckt das Projekt in der Trainingsphase und die Trainer bringen unseren Vierbeinern fleißig das Buzzern bei – während der eigentlichen Tests müssen sie später die richtige (größere) Menge an Futterstückchen nämlich per Buzzerklick auswählen, fast wie in einer Quizshow!

Ich bin Studentin im ersten Mastersemester und mache ein externes Forschungsmodul hier am Wolf Science Center – also eine Art Praktikum mit eigenem Projekt, wofür ich zum Ende hin eine Benotung erhalte, die in mein Studium eingeht.

Schon ziemlich am Anfang meines Biologie-Studiums habe ich gemerkt, dass es mir besonders die Verhaltensbiologie angetan hat – Arbeit und Forschung mit richtigen Tieren, hautnah und nicht unter dem Mikroskop. Deshalb war es auch klar, dass ich meine Bachelorarbeit im Bereich der Ethologie schreiben würde, was ich auch im Sommer 2012 gemacht habe. Dabei habe ich mit 20 Tage-alten Meerschweinchen gearbeitet und ihr Verhalten und ihre Stressreaktion untersucht. Nebenbei habe ich mir auch Gedanken über meinen weiteren Studienverlauf gemacht. Ich möchte auf jeden Fall ein Praktikum während des Masters machen, bei dem ich am liebsten mit großen Säugetieren arbeite. Durch eine Reihe von Zufällen hörte ich von der Cousine einer Trainerin vom WSC und dachte mir sofort – DAS ist genau das, was Du machen willst! Schnell beworben und Gott sei Dank angenommen und Ende Oktober konnte es auch schon losgehen.

Was mir am WSC übrigens besonders gefällt ist, dass einem ein ganz neues Verhältnis zu Hunden und vor allem auch zu Wölfen vermittelt wird. Ich finde das Konzept des Tier- und Mensch-Miteinanders und der Kooperation einfach toll und finde es absolut faszinierend, was man damit schon alles erreicht hat! Denn was auf den ersten Blick oft spielerisch und leicht aussieht, ist immer ein Stück harte Arbeite, sowohl für die Trainer als auch für die Tiere.

… Wenn man von der typischen eher Hunde-  oder eher Katzenmensch-Einteilung ausgeht, war ich früher wohl eher ein Katzenmensch und habe mich immer besonders für Großkatzen interessiert. Mittlerweile merke ich, dass sich das sehr stark verändert hat und mir durch den direkten Kontakt die Tiere des WSC sehr ans Herz gewachsen sind – ich weiß gar nicht mehr, wie das ist, wenn man nicht rund um die Uhr Hunde und Wölfe um sich hat! Gut, dass es bis März 2013 Jahr noch ein Weilchen dauert.