Ingo Besserdich

March 2014 till June 2014
Kontakt ingo90@gmx.de
Universität Universität des Saarlandes
Projekt am WSC Risk Taking
Lieblingstier am WSC Wamblee & Geronimo
Lieblings- Wolfsheulen Heulen von Tala

Die Forschung mit Tieren ermöglicht es Einblicke in die Entwicklung von sozialen Strukturen und das Kommunikationssystem bei Menschen zu bekommen, daher stellt die Arbeit mit Tieren mit eigenen sozialen Strukturen und Beziehungen zum Menschen für mich als Psychologiestudent eine gute Möglichkeit dar, auch mehr über die menschliche Entwicklung zu erfahren. Obwohl es unter den Psychologie-Studenten an meiner Universität eher ungewöhnlich ist ein Praktikum an Forschungsstellen wie dem WSC zu verbringen, sehe ich dieses Praktikum als Möglichkeit an, auch mehr über die Zusammenhänge und Hintergründe aus Richtung der Evolutionären Psychologie zu erfahren, die eine meiner Interessensschwerpunkte darstellt. Zudem macht es mich glücklich diese Erfahrung in meinen Bachelorstudiengang an der Universität des Saarlandes in Deutschland einbringen zu können.

Neben der reinen Arbeit mit den Tieren am WSC, ist es sehr interessant die unterschiedlichen Charaktere der Tiere besser kennen zu lernen. Neben nachdenklichen und intelligenten Wölfen wie Geronimo gibt es hier auch beispielsweise etwas übermotivierte Tiere wie Amarok, bei dem man immer ein Auge auf seinen Testaufbau haben sollte und Wölfe wie Kenai, der sehr leicht eingeschüchtert werden kann.

Über die Zeit meines Praktikums hier am WSC mache ich den “risk taking task”, dabei geht es für Wölfe und Hunde um die Wahl zwischen einer stabilen Futterquelle mit wenig präferiertem Futter (Trockenfutter) und einer Futterquelle die zu 50% etwas nicht essbares (kleiner Stein) enthält und zu 50% ein Stück des präferierten Futters (Stück Fleisch, Wurst oder Hühnchen) des jeweiligen Tieres. Das Ziel der Studie ist es das Risikowahlverhalten von Wölfen als Jäger und Hunden als domestizierte Tiere in Kombination mit der Futterwahl genauer zu untersuchen.

Neben meinen eigenen Testungen, gibt es hier jedoch auch noch mehr zu tun und zu erleben, wie zum Beispiel Führungen für die Besucher abzuhalten und anderen Studenten bei deren Testungen zu helfen. Das Leben hier am WSC besteht jedoch nicht nur aus den Testungen und anderer Arbeit, man kommt ebenfalls mit vorwiegend jungen Menschen aus anderen Ländern und mit anderen Interessensschwerpunkten zusammen, kommt mit Wölfen auf Tuchfühlung und bekommt auch manchmal die Möglichkeit, einen von ihnen zu streicheln.

Die Erfahrungen die ich bisher in den ersten Wochen meines Praktikums gesammelt habe, sowohl in der Arbeit mit den Tieren als auch mit den Trainern, Wissenschaftlern und Studenten, sind großartig und ich bin glücklich noch die zweite Hälfte meiner Praktikumszeit vor mir zu haben.