Caroline Büttner

Jänner - Mai 2015
Kontakt wolfsfreund1991@gmail.com
Universität Freie Universität Berlin
Projekt am WSC Begrüßungsverhalten bei Hunden und Wölfen
Dabei seit Jänner 2015
Lieblings- Wolfsbuch Ein Sommer mit Wölfen
Lieblingstier am WSC Chitto, Geronimo, Aragorn, Hiari
Lieblings- Wolfsheulen Nanuk, Geronimo
Lieblings- Wolfsfilm Wenn die Wölfe heulen

„Warum Wölfe?“ Diese Frage habe ich schon oft gehört. Dennoch kann ich nie wirklich eine Antwort darauf geben. Dabei hätte ich durch meine vielen Wolfprojekte doch schon längst herausfinden müssen, warum ich mich zu diesen Raubtieren so hingezogen fühle. Hätte mir eine Handaufzucht von Wolfswelpen in Deutschland, eine Abiturarbeit über sie und ein Auslandspraktikum in einem Russischen Wolfsprojekt nicht Klarheit verschaffen müssen?

Sind es die Mythen, die sich um diese Tiere ranken, mit ihrer spirituellen Ausstrahlung? Ist es eine klassische Rückkehr von meiner hundegeprägten Kindheit zur Wildnis? Möglicherweise fühle ich mich ihnen verbunden, weil ich ihre Lebensweise, Sozialverhalten, ihre Charaktere erstrebenswert finde? Vielleicht sind Wölfe für mich das Symbol einer Welt, in der ich mich immer am ehesten zuhause gefühlt habe? Eine Welt behütet von dem Dach eines Waldes, eine Welt durchzogen von schneeumstürmten Bergen – eine Welt des Nordes.

Zweifelsfrei bin ich von dem träumerischen Bild „Bruder Wolf“ beeinflusst worden, aber ohne Frage habe ich gelernt mich mit diesen Tieren auch auf nüchternere, wissenschaftlicher Ebene zu nähern. Aber sollten Wissenschaftlicher nicht auch etwas Träumer sein? Mittlerweile ist schwer zu sagen, ob mich die wissenschaftliche Neugier oder die mythologische Phantasie mehr antreibt. Eine gute Mischung bestimmt.

Und nun hat es mich wieder zu diesen charismatischen Tieren gezogen und so landete ich nun auch für meine Bachelorarbeit bei einem Wolfsprojekt. Seit Anfang 2015 habe ich ein halbes Jahr meines Lebens am WSC verbracht. Mein Ziel war mein wolfsgeprägtes Leben fortzuführen und der Antwort auf die gestellt Frage ein Stück näher zu kommen.
Mit meinem Bachelorprojekt zum Begrüßungsverhalten habe ich meine wissenschaftliche Begeisterung bestärkt, mit meinen prosaischen Tagebucheinträgen konnte ich meine phantastische Hingabe beleben und mit den wunderbaren Tieren des WSC, meiner Kamera und einigen Stunden perfekten Lichts konnte ich meine photographische Leidenschaft wiederentdecken.

„Aber warum Wölfe?“ – Eigentlich habe ich darauf immer noch keine Antwort und bezweifle, dass ich jemals eine finden werde. Aber das ist gut, denn hätte ich eine Antwort, dann würde vielleicht ein Stückchen der unerklärlichen Faszination verloren gehen.