Anne Meinert

Oktober 2014 bis Mitte Februar 2015
Kontakt anne.meinert1990@gmail.com
Universität Universität Salzburg
Projekt am WSC Ambiguity vs. Risk-taking in dogs and wolves
Lieblingstier am WSC Nanuk, Chitto, Gombo und Binti

Ich habe gerade mein Bachelorstudium in Biologie an der Universität Salzburg abgeschlossen; bevor ich mit dem Masterstudium beginne, habe ich die Gelegenheit bekommen, hier einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Verhaltens- und Kognitionsforschung zu bekommen. Da mich dieser Bereich der Biologie am meisten interessiert, habe ich mir auch für meine Bachelorarbeit ein Thema aus diesem Gebiet ausgesucht und Stereotypieverhalten und den Effekt von olfaktorischem Enrichment bei den im Zoo Salzburg lebenden Braunbären untersucht.

Nach meinem Praktikum am WSC werde ich wahrscheinlich in der Gegend bleiben und mein Studium an der Universität Wien mit dem Master "Verhaltens-, Neuro- und Kognitionsbiologie" weiterführen. 

Mein Projekt hier knüpft an eine kürzlich hier durchgeführte Studie, bei der die Risikobereitschaft von Hunden und Wölfen getestet wurde, an - allerdings um den Faktor "ambiguity", also Unklarheit, erweitert. Dazu haben wir einen Apparat, auf dem den Tieren zwei Möglichkeiten an Futter präsentiert werden, zwischen denen sie wählen können - den Hunden und Wölfen wird beigebracht, die entsprechende Seite mit der Schnauze anzutippen. In dem ursprünglichen Projekt wurde, nach einer ausgiebigen Trainingsphase, getestet, wie sich die Tiere entscheiden, wenn sie die Wahl zwischen einer sicheren und einer riskanten Seite haben. Auf der sicheren Seite wird ihnen Trockenfutter angeboten, während auf der riskanten Seite ein Stein und ein Stück des präferierten Futters, beispielsweise Wurst oder Fleisch, liegt - allerdings erhalten die Tiere nur in 50% der Fälle das Lieblingsfutter und in den anderen 50% den Stein. Wie entscheiden sie sich also?

Die Hypothese ist, dass Wölfe risikofreudiger sind, da sie aufgrund ihrer Ökologie als Jäger oft ein hohes Risiko eingehen müssen, um an Nahrung zu gelangen. Hunde hingegen haben sich im Laufe der Domestikation daran gewöhnt, kaum ein Risiko eingehen zu müssen, da sie vom Menschen mit Nahrung versorgt werden; sie sollten also weniger risikofreudig handeln.

Mithilfe meines Projekts soll nun noch herausgefunden werden, ob und wie sich das Risikoverhalten bei Hunden und Wölfen ändert, wenn sie nicht wissen, was die möglichen Ergebnisse sind - wenn sie also nicht sehen können, welche Möglichkeiten sich auf der riskanten Seite befinden.

Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und freue mich auf die Zeit, die noch vor mir liegt.

Es ist schön, hier mit Studenten, Trainern und Wissenschaftlern aus vielen verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten und die Tiere nach und nach besser kennenzulernen.

Ich bin mir sicher, dass ich aus diesem Praktikum sowohl persönlich als auch im Hinblick auf mein Studium sehr viel mitnehmen und wertvolle neue Erfahrungen sammeln kann!