Lina Oberließen

Doktorandin
Kontakt lina.oberliessen@gmail.com
Universität Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Projekt am WSC Ungerechtigkeitsaversion bei Wölfen und Hunden – ein Entscheidungsparadigma
Dabei seit November 2016
Lieblingstier am WSC Tatonga, Nanuk

Nach Abschluss meines Psychologiestudiums Ende 2012 bin ich durch ein sehr inspirierendes Forschungspraktikum am WSC langsam aber sicher von der Menschen- auf die Tierschiene „gerutscht“. Während des Praktikums wurde mir klar, dass ich gerne weiterhin im Bereich der vergleichenden Verhaltensforschung arbeiten möchte. Also initiierte ich eine Kooperation zwischen meiner Heimat-Universität in Düsseldorf (Deutschland) und dem Wolfsforschungszentrum, die auf beiden Seiten sehr willkommen war. Glücklicherweise konnte ich auch die deutsche Studienstiftung von diesem Vorhaben überzeugen und so den finanziellen Rahmen für meine Doktorarbeit schaffen.

Inhatlich beschäftige ich mich mit dem (Un-)Gerechtigkeitssinn verschiedener sozialer Tierarten, insbesondere im Hinblick darauf, ob in direkten Entscheidungssituationen gerechte gegenüber ungerechten Belohnungsverteilungen präferiert werden. So lassen sich zum einen Rückschlüsse auf die Entwicklung menschlicher sozialer Präferenzen ziehen. Zum anderen ist es möglich, phylogenetisch ganz unterschiedliche Tierarten zu vergleichen, denen jedoch ein ausgeprägtes Sozialverhalten (gemeinsame Aufzucht des Nachwuchses etc.) gemeinsam ist.

Man kann sagen, dass ich mich größentechnisch in meiner Doktorarbeit hochgearbeitet habe. Angefangen hat mein Projekt mit Ratten, die sich in einer speziell angefertigten Apparatur zwischen einer gerechten und einer ungerechten Tür entscheiden durften. Danach folgten Weißbüschelaffen, die ihre Entscheidungen mittels der Betätigung kleiner Hebel trafen, die mit verschiedenen Belohnungsverteilungen assoziiert waren. Nach den kleinen Affen waren etwas größere an der Reihe: Kinder, die Smiley-Sticker zwischen einem anderen Kind und sich selbst aufteilen durften. Nun bin ich ganz oben bei den Wölfen und Hunden angekommen und seit November 2016 endlich wieder zurück am WSC, wo ich mich sehr wohl fühle. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Wohl der Tiere hier immer an erster Stelle steht und sämtliche Arbeit über Kooperation und positive Verstärkung funktioniert. Das gilt natürlich auch für meine geplante Studie, in der die Wölfe und Hunde sich zwischen gerechten und ungerechten Belohnungsverteilungen entscheiden, indem sie mit ihrer Nase entsprechende Symbole auf einem Touchscreen berühren.