Kim Kortekaas

Doktorandin, Welpenaufzieherin

Ich bin die erste Doktorandin des WSC. Speziell die Erfassung sozialer Interaktionen zwischen Wölfen und Hunden mithilfe physiologischer Parameter beschäftigt mich hier. Mit der Herzrate kann man z.B. die Reaktion eines Tieres auf andere Tiere oder Situationen erfassen.

Mit meiner Studie versuche ich herauszufinden, wie individuell unterschiedlich Wölfe und Hunde beeinflusst werden von ihrer Beziehung zu anderen Tieren. Um das herauszufinden lassen wir sie als Rudel auf dem „größten Laufband der Welt“ rennen. Wir benutzten das Laufband, da Rennen eine natürliche Aktivität ist, bei der diese Tiere auch normalerweise zusammen sind - zum Beispiel bei der Jagd.

Ich komme aus den Niederlanden, wo ich Biologie an der Wageningen Universität studiert und meinen Master-Abschluss in Verhaltensbiologie gemacht habe. Es war eine große Veränderung für mich, nach Ernstbrunn zu kommen und direkt mit den Tieren am WSC zu arbeiten. Während meines Masterstudiums habe ich viel im freien Feld gearbeitet, Giraffen beobachtet und Antilopenarten in Südafrika studiert, Greifvögel in Kamerun erforscht. Mit Gehegetieren habe ich aber noch nie gearbeitet. Wurde ich also früher vom Brüllen der Löwen wach, ist es heute das Heulen der Wölfe, das mich morgens weckt. Vor allem Tatonga‘s Heulen ist besonders, es berührt mich immer, wenn ich sie höre.

Was ich am meisten an meinem Projekt mag, ist die Arbeit mit den Tieren. Während der letzten Monate war mein Lieblingsort vor allem das Welpengehege. Da ich länger als die meisten Studenten am WSC bleiben werde, habe ich die Möglichkeit, mich um 6 Wolfswelpen zu kümmern und sie aufzuziehen. Das ist eine große Erfahrung für mich.