Aufzucht & Training

Von der Entwicklung einer Partnerschaft

Wie arbeitet man mit Wölfen, ohne dass es zum Konflikt zwischen Mensch und Tier kommt, vor allem etwa um die „Alphaposition“ im Rudel? Und wie macht man Wölfe zu Partnern in der Wissenschaft – zu Mitarbeitern, die in den Versuchen und den gemeinsamen Aktivitäten mit uns Menschen ihr Bestes geben, nicht widerwillig, sondern bereitwillig und freudig? Das sind zwei wichtige Fragen, mit denen wir uns sehr viel beschäftigen, aus Sicherheitsgründen, im Interesse des Tierwohls, vor allem aber auch im Sinne gültiger Ergebnisse. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Aufzucht der Tiere, die zweite ist das regelmäßige Training.

Es mag vermessen klingen, aber wir versuchen, unseren Wölfen und Hunden nahezubringen, dass wir ihre Partner sind. Grundsätzlich versuchen wir, jegliche Konflikte mit ihnen so weit wie möglich und von klein auf zu vermeiden und den Tieren einfach Freude an der gemeinsamen Arbeit zu vermitteln. Unsere Wölfe und Hunde werden von klein an täglich trainiert – sie lernen Sitz, Platz, Pfote geben, sich überall anfassen zu lassen und an der Leine zu gehen. Sie bekommen dafür Leckerlis und die Gelegenheit, mal etwas anderes als die „vier Wände“ ihrer eigenen Gehege zu sehen. So entwickeln sie auch ihre generelle Kooperationsbereitschaft – mit uns Menschen und untereinander.

Natürlich gibt es auch soziale Zuwendung und nicht selten schätzen es die handaufgezogenen Wölfe und Hunde, mit uns zu schmusen (wir auch :-) ). Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Niemals aber dominieren wir sie, wir nehmen ihnen nichts weg und setzen sie kaum unter Druck. Und sie wissen, dass wir bei rudelinternen Auseinandersetzungen niemals Partei ergreifen. Wir sind Kooperationspartner und Freunde, nicht aber Rudelgenossen. Diese Unterscheidung und Distanz hält uns arbeitsfähig und sorgt für unsere Sicherheit.  

Training und Übungen fördern den gegenseitigen Respekt und vor allem das Vertrauen zwischen den Tieren und uns. Gemeinsame Arbeit und gemeinsames Erleben schmiedet eben zusammen! Dies gilt auch für unsere Beziehungen zu Haushunden. Zusätzlich zu den Übungen nehmen die Tiere regelmäßig an Verhaltenstests teil – sicherlich eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. So müssen sie ihren Grips anstrengen, um sich Futter zu verdienen, was ihnen Spaß zu machen scheint.

Auf diesen Seiten können Sie mehr über unsere Arbeit mit unseren Wölfen und Hunden erfahren.

In unseren Downloads finden Sie auch eine englischsprachige Präsentation mit vielen Videos über unsere Aufzucht und das tägliche Training mit den Tieren: The WSC-Philosophy

  • Drei kleine helle Wölfe drücken sich an den Kopf der schwarzen Wölfin Shima.

    Wie läuft das ab, wenn wir kleine Wölfe und Hunde großziehen? Wo leben sie, was fressen sie und wie kommen sie überhaupt zu uns, nach Ernstbrunn?

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  • Training

    Leckerlis und Streber
    Mehrere Trainer stehen im Gras mit mehreren Wölfen, die trainiert werden.

    Der gibt aber schön Pfote? Das hat es ja auch gelernt! Täglich werden die Grundkommandos geübt - ein Aufmerksamkeitstraining zwischen den Tieren und ihren Menschen!

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  • Regelmäßige Aufgaben

    Tierischer Alltag am WSC
    Zwei Wölfe untersuchen einen orangen Kürbis.

    Fernab des Geheges nach Mäusen schnüffeln, unbekannten Menschen das Gesicht abschlecken, versteckte Überraschungen im Gehege aufspüren ... durch viele verschiedene Aufgaben haben unsere Tiere abwechslungsreiche Tage!

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  • Die Wölfe bekommen Medikamente durch den Zaun

    Rundum gesund sollen unsere Tiere sein. Täglich schauen wir nach, ob es ihnen gut geht und regelmäßig kommen Spezialisten vorbei.

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