Das WSC-Team wünscht Ihnen Frohe Feiertage!

Ein Jahresrückblick (21.12.2016)

Foto: Rooobert Bayer Bild 1 von 5 Lightbox öffnen

Sehr geehrte Freunde, Förderer und Mitglieder des Wolfsforschungszentrums!

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu, und wir möchten gemeinsam mit Ihnen das Jahr 2016 Revue passieren lassen.

Eine Neuigkeit bestimmte heuer das gesamte Jahr. Wir konnten unsere Wolfsrudel um gesamt 5 Welpen aus Kanada und Russland erweitern. Zufälligerweise haben beide Würfe am 04. Mai 2016 Geburtstag. Ende Mai kamen Ela (weiblich) und Etu (männlich) aus dem Haliburton Wildlife Forest in Kanada in Ernstbrunn an. Zwei Wochen danach kamen auch drei Welpen aus einem Zoo in der Nähe von Moskau, Russland zu uns. Tekoa (männlich), Maikan (männlich) und Taima (weiblich) verstanden sich auf Anhieb mit den zwei Kanadiern. Die Welpen aus Russland zu bekommen, war ein bürokratisches Meisterstück, welches nach einigem Zittern dank des enormen Einsatzes unserer Managerin Lena Schaidl, unserer Trainerinnen und vieler Unterstützer bis hin zur österreichischen Diplomatie klappte.

Die Tiere wurden, wie alle Generationen davor, von unseren TrainerInnen Tag und Nacht betreut und schließlich am 10. Oktober in die bestehenden Rudel integriert.  

Etu, Taima und Tekoa sind jetzt mit Chitto und Tala in einem Rudel. Ela und Maikan sind derzeit zu zweit – für die beiden sind wird noch auf der Suche nach dem Rudel, das für sie am besten passt.

Und der vorige Absatz zeigt auch eine weitere Umstellung in der Rudelstruktur unserer Wölfe. Das sogenannte „Black Plack“ – unser schwarzes Rudel – wurde dieses Jahr aufgeteilt. Unsere ältesten „Mitarbeiter“ – Shima, Kaspar und Aragorn - sind jetzt 8 Jahre alt, und auf Grund von Rudelstreitigkeiten trennten wir sie von Chitto und Tala. Die drei „Senioren“ genießen jetzt eine etwas ruhigere Zeit und Chitto und Tala geht es gut mit „ihren“ drei Welpen.

Bei den Hunden änderte sich an der Rudelstruktur im Vergleich zum Vorjahr nichts. Wie die Wölfe auch, arbeiten sie in einer ganzen Reihe von Projekten mit.

Neben den wachsenden Besucherzahlen und einer immer weiter steigenden Nachfrage nach unseren Besucherprogrammen, wie etwa den Wolfsspaziergängen und den Rudelbesuchen, vergrößerte sich neben den tierischen Mitarbeitern auch das menschliche Team. Katharina Kriegler und Lars Burkert fingen bei uns als Trainer-Trainees an und waren schon bei der Welpenaufzucht eine sehr große Unterstützung. Laura Stott ist für ihren PhD nach England zurück gezogen und daher nicht länger Trainerin am WSC.  Auch im Management tat sich einiges. Lena Schaidl übernahm im Sommer die Aufgaben von Thomas Menne und Esther Rudolph verstärkt seit Juli als Team-Assistentin das Büro.

Außerdem gab es in diesem Jahr neben tierischem Nachwuchs auch menschlichen Nachwuchs. Zsofia Viranyi brachte im April den Nachwuchsforscher Dimos zur Welt und unsere Managerin in Karenz - Tina Gunhold-de Oliveira - erweiterte im Jänner die WSC-Familie mit ihrem Sohn Lucas.

Bei den Gehegen gab es auch Fortschritte. Das Tunnelsystem, welches die neuen Wolfsgehege verbindet, wurde heuer fertig gestellt. Nun können die Tiere auch aus dem hintersten Teil des Parks durch unser Tunnelsystem rasch bis zum Testhaus geschleust werden. 

Auf wissenschaftlicher Seite baute das WSC im Jahr 2016 durch eine weitere Steigerung von Qualität und Anzahl der Publikationen seine internationale Reputation weiter aus.
Neben zahlreichen Konferenzbeiträgen, Vorträgen und Posterpräsentationen,  veröffentlichten wir auch vier neue wissenschaftliche Publikationen. Kurts drittes Buch mit dem Titel „Mensch & Hund“ über die Beziehung zwischen diesen beide Arten erschien diesen September und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit in Österreich zu einem Bestseller. 

Auch die Öffentlichkeitsarbeit auf verschiedenen Veranstaltungen, wie etwa der KinderUni oder der Langen Nacht der Forschung fand zu unserer Freude großen Anklang. In den Medien waren wir sehr gut vertreten. Neben breit gefächerter Berichterstattung über unsere Publikationen und den Wolfsnachwuchs, wirkten unsere Wölfe erstmals in einem Kinofilm mit („Mein Fleisch und Blut“). Außerdem wurden wir von hochkarätigen Fernsehsendern, wie Arte, Discovery Channel und BBC für Dokumentationen über die Arbeit des WSC, bzw. zum Thema Wolf und Hund besucht.

Natürlich haben wir für nächstes Jahr auch wieder viel vor.

Der fünfjährige Hunderüde Nuru wird zu Beginn des kommenden Jahres zwei neue Hüftgelenke bekommen. Dies ist auf Grund einer sehr starken Hüftgelenksdysplasie leider notwendig. Da Nuru nach der Operation besonders umsorgt werden muss, wird er nicht mehr in sein Rudel zurückkehren, sondern seinen „Frühruhestand“ bei einer privaten Familie genießen. Wer die neuen Besitzer von Nuru sein werden, steht derzeit noch nicht fest.

Es neigt sich also ein aufregendes Jahr seinem Ende zu. Ohne die Unterstützung und das Interesse unserer Freunde und Förderer wäre dies nicht möglich gewesen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken! Für 2017 erwarten wir eine kontinuierliche positive Entwicklung, zumal sich so manches erfreuliche Ereignis bereits abzeichnet. Mehr dazu im Neuen Jahr. Aber damit es gut für die Wölfe, Hunde und Menschen am WSC weitergehen kann, brauchen wir vor allem Ihre weitere Unterstützung.

Wir wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest im Familienrudel und ruhige, erholsame Feiertage und hoffen, dass Sie nach einem guten Rutsch ins Jahr 2017 weiterhin ein Teil dieser spannenden Wolfsgeschichte bleiben und mit uns gemeinsam in ein neues Jahr voller spannender Ereignisse starten. 

Mit herzlichen Grüßen,

Dr. Zsófia Virányi, Dr. Friederike Range und Prof. Dr. Kurt Kotrschal und

das Team des Wolfsforschungszentrums