Oxytocin

(20.03.2017)

Foto: Akshay Rao Bild 1 von 2 Lightbox öffnen

Vor ungefähr zwei Monaten bekam ich aufregende Neuigkeiten – meine Bewerbung als PhD-Studentin am Wolf Science Center in Ernstbrunn war erfolgreich!

Das Verhalten sozialer Tiere, insbesondere von Hunden und Wölfen, zu erforschen ist schon länger eines meiner Hauptinteressen. Ich habe in Wien Veterinärmedizin mit Schwerpunkt Conservation Medicine und Wildtierforschung studiert und verfolge das Comeback des Wolfes nach Österreich (Allentsteig) mit großem Interesse. Bevor ich mich in Ernstbrunn beworben habe, habe ich ein Jahr in England verbracht, wo ich in einem Zoo Verhaltensanzeichen von sozialem Stress bei Primaten und Auswirkungen von Besucher-Tier-Interaktionen auf Giraffen untersucht habe. Die tägliche Arbeit in einem Wildpark ist mir daher sehr vetraut und ich finde, dass dies einen der besten Arbeitsplätze überhaupt darstellt. Jedenfalls wenn man seinen Arbeitstag gerne im Freien und mit Tieren verbringt!

Für mein Projekt, das die Bedeutung des Hormons Oxytocin für soziale Beziehungen untersucht, sammle ich Harnproben von jedem Wolf und Hund, nachdem dieser mit einem anderen Wolf oder Hund bzw. mit einem Menschen interagiert hat – was gar nicht so einfach ist. Die Trainer am WSC hatten allerdings die geniale Idee “pee totems” zu bauen! Was sich jetzt sehr ausgeklügelt anhört, ist im Endeffekt nur ein Strohballen über den eine Plane gespannt wird unter der wir dann Plastikbehälter verstecken können um den Harn aufzusammeln. Diese “totems” wurden im Park verteilt aufgestellt und die meisten auch schon erfolgreich benutzt.

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich mich darauf konzentrieren, alle Tiere verlässlich zu identifizieren, sie beobachten, viele wissenschaftliche Papers lesen, und meine Tests vorbereiten. Es gibt also einiges zu tun, das nicht mit Harnproben zu tun hat, aber zugegebenermaßen, die Proben sind ein essentieller Teil meines Projekts – da haben meine KollegInnen schon recht wenn sie von einem “PeehD” sprechen ;)